simon + savas

5 Impulse für Deutsch­lands Unternehmertum

Jan. 2021 | Aus der Praxis

Die wesent­li­chen fünf Impulse für Unter­nehmen, um erfolg­reich Wege aus der Krise zu finden und zudem für die Zukunft gewappnet zu sein.

Vor wenigen Tagen begann das Jahr 2021. Ein neues Jahr, in welches wir alle­samt große Hoff­nungen setzen, nicht nur um die aktuell vorherr­schende Corona-Krise mitsamt deren Auswir­kungen auf das Unter­nehmen zu bewäl­tigen. Auch Opti­mismus, Prag­ma­tismus und Soli­da­rität sind dabei ebenso nötig wie das Zurück­be­sinnen auf die Tugenden des Unter­neh­mer­tums, basie­rend auf dem verant­wor­tungs­vollen Umgang mit Ressourcen und der Suche nach inno­va­tiven Wegen.

In der jüngsten Geschichte unseres Landes gibt es keine Krise mit globaler Dimen­sion, die mit der COVID-19-Pandemie vergleichbar ist. Das Jahr 2020 markierte damit nicht nur den turbu­lenten Beginn eines neuen Jahr­zehnts, sondern auch einen Präze­denz­fall, der bereits das Jetzt und Heute, aber auch die Zukunft der Bau-, Gebäude- und Immo­bi­li­en­wirt­schaft prägen wird.

Aller­dings ist die Corona-Krise nicht die einzige Heraus­for­de­rung, welche wir Unter­nehmen uns stellen müssen. Um Zukunfts­fä­hig­keit zu beweisen, gilt es künf­tige Entwick­lungen zu anti­zi­pieren. Vor diesem Hinter­grund heben sich die folgenden fünf zentralen Impulse hervor, welche sich für Unter­nehmen als beson­ders substan­ziell und wichtig erweisen :

  • Digi­tale Transformation
  • Lebens­langes Lernen
  • Corpo­rate Social Responsibility
  • Inno­va­ti­ons­geist
  • Arbeit 5.0

1. Digi­tale Transformation

Die Corona-Krise deckt scho­nungslos die Versäum­nisse der letzten Jahre in der Bau-, Gebäude- und Immo­bi­li­en­wirt­schaft im Hinblick auf die digi­tale Trans­for­ma­tion auf.

Diese drei Bran­chen gelten eher als konser­vativ. Während andere Bran­chen sich in den zurück­lie­genden Jahren bereits stark der digi­talen Trans­for­ma­tion zuwen­deten, hat die Corona-Krise nunmehr auch die Spiel­re­geln in den drei Bran­chen verän­dert. Das Poten­tial ist offensichtlich.

Sei es für Immo­bi­li­en­ei­gen­tümer im Span­nungs­feld eines möglichst störungs­freien, rechts­si­cheren und kost­spie­ligen Gebäu­de­be­triebs, oder für Bauherrn mit zumeist indi­vi­du­ellen und zugleich zunehmen komple­xeren Vorhaben im Zusam­men­wirken mit den unter­schied­lichsten Akteuren. Derlei Faktoren bilden einen mögli­chen Erklä­rungs­an­satz, warum die drei Bran­chen im Beson­deren und im Vergleich zu anderen in der digi­talen Trans­for­ma­tion hinterherhinken.

Doch erfolgs­kri­ti­sche Entwick­lungen lassen sich nicht immer abwenden oder beein­flussen, dafür ist das Umfeld, in welchem wir uns als Unter­nehmen heut­zu­tage bewegen zu dyna­misch. Die digi­tale Trans­for­ma­tion bietet dafür jedoch Lösungen, um Unter­nehmen zukunfts­si­cher aufzu­stellen. Diese sind jedoch nicht zum Null­tarif zu haben. Digi­tale Trans­for­ma­tion braucht jedoch sowohl digi­tale Kompe­tenz, als auch Digi­ta­li­sie­rung, d.h. es erfor­dert unter anderem Inves­ti­tionen in quali­fi­ziertes Personal und in neue Technologien.

2. Lebens­langes Lernen

Die zuneh­mende Digi­ta­li­sie­rung von Arbeits­pro­zessen verschärft die Defi­zite des prak­ti­schen Bildungs- und Erfah­rungs­stands in Unter­nehmen. Ein gewinn­brin­gender Einsatz neuer Tech­no­lo­gien und Verfahren erfor­dert Kompe­tenzen, die umfang­rei­chen Wissens­er­werb voraus­setzen. Mit dem Etablieren einer Kultur des Lebens­langen Lernens kann der Wandel für Unter­nehmen gelingen. Dafür fehlt vieler­orts noch die unter­neh­me­ri­sche Einsicht, teil­weise auch die Bereit­schaft in Lebens­langes Lernen zu inves­tieren, jedoch vor allem zumeist die Zeit für die Umset­zung. Dabei fördert die Möglich­keit des Lebens­langen Lernens gerade die Iden­tität und Zufrie­den­heit des Perso­nals mit ihrem Unter­nehmen. Auch vor diesem Hinter­grund postu­liert Elon Musk, CEO von Tesla Inc., den Ausbau von Fähig­keiten zum Lern­transfer durch Lebens­langes Lernen.

Ein fundiertes Wissen ist eine zentrale Ressource eines Unter­neh­mens, ermög­licht dies doch erst neu entwi­ckeltes Wissen zu verar­beiten. Dabei sollte die digi­tale Kompe­tenz gebüh­renden Anteil am Wissens­er­werb einnehmen. Einer­seits um Medien und Infor­ma­tionen ziel­ge­richtet auswählen und für eigene Arbeits­pro­zesse nutzen zu können und ande­rer­seits für die digi­tale Aufbe­rei­tung und Bereit­stel­lung von Infor­ma­tionen für Dritte.

Wissen verliert nicht an Wert, inso­fern ist der viel­zi­tierte Ausdruck "Halb­werts­zeit von Wissen" hier unpäss­lich. Viel­mehr erfährt es ein Präzes­sieren, Aktua­li­sieren und Erwei­tern. Unter­nehmen sollten künftig verstärkt darauf achten, ihr bisher ange­rei­chertes Wissen weiter­zu­ent­wi­ckeln und weiter­zu­geben. Deshalb liegt im Wissens­ma­nage­ment eine Schlüs­sel­kom­pe­tenz, die im Rahmen des Lebens­langen Lernens ausge­baut werden sollte.

3. Corpo­rate Social Responsibility

Gerade in Zeiten funda­men­talen gesell­schaft­li­chen Wandels benö­tigen Unter­nehmen ein beson­ders starkes Funda­ment basie­rend auf einem nach­hal­tigen Geschäfts­mo­dell und getragen von unter­neh­me­ri­scher Verant­wor­tung. Die unter­neh­me­ri­sche Verant­wor­tung zielt auf sämt­liche Bereiche ab, die wirt­schaft­liche Akti­vi­täten ermög­li­chen und damit in Verbin­dung stehen.

Corpo­rate Social Respon­si­bi­lity (CSR) beschreibt dabei allge­mein die Verant­wor­tung von Unter­nehmen für ihre Auswir­kungen auf die Gesell­schaft - sei es intern oder extern. Inso­fern bildet CSR einen umfas­senden Ansatz, um das Kern­ge­schäft des Unter­neh­mens dauer­haft an den unter­neh­mens­spe­zi­fi­schen Erfor­der­nissen der Nach­hal­tig­keit auszurichten.

Verant­wor­tungs­voll agie­rende Unter­nehmen sind deshalb gefragt, ihre Manage­ment­stra­tegie im Hinblick auf CSR anzupassen.

Dabei sollten gerade für ihren Inno­va­ti­ons­geist bekannte deut­sche Unter­nehmen ein beson­deres Inter­esse daran haben, die Wert­schöp­fungs­po­ten­tiale von CSR zu heben und eine CSR-Stra­tegie zu entwi­ckeln, die unter­neh­mens­spe­zi­fisch und lang­fristig trag­fähig ist.

4. Inno­va­ti­ons­geist

Darüber hinaus gilt es für Unter­nehmen die Heraus­for­de­rungen der aktu­ellen Krise als Chance zu erkennen und mehr denn je als Treiber für Inno­va­tionen zu betrachten. Inno­va­tionen sorgen für unter­neh­me­ri­schen Erfolg ; Erfolg ermög­licht dem Unter­nehmen weitere Inno­va­tionen. Ob ein Unter­nehmen wirk­lich inno­vativ ist, entscheidet sich ganz wesent­lich daran, wie inno­vativ seine Führungs­mann­schaft denkt.

Inno­va­ti­ons­trends in der Bau-, Gebäude- und Immo­bi­li­en­wirt­schaft :

Auto­ma­ti­sie­rung und Robotik

Höherer Auto­ma­ti­sie­rungs­grad und Einsatz von Robotik ermög­licht Verrin­ge­rung des Perso­nal­ein­satzes, z. B. Einsatz von Reini­gungs­ro­boter zur Entlas­tung von Service­per­sonal sowie anste­ckungs­freie Reini­gung größerer Flächen bei hoher Reinigungsqualität.

Gebäu­de­au­to­ma­tion

Stär­kere Vernet­zung von Anlagen und Systemen über Gebäu­de­leit­technik, um zentrale Lösungen für dezen­trale Problemen und des dort tätigen fach­lich versierten Perso­nals zu ermöglichen.

3D-Druck

Inno­va­ti­ons­motor 3D-Druck, erstreckt sich von

  • Bauteilen und System­kom­po­nenten in der Instand­hal­tung über
  • biolo­gisch abbau­baren „Kunst­stoff“ basie­rend aus Holz für komplexe Fassa­den­ele­mente bis hin zu
  • design­freiem Druck von Beton­wänden ohne Schalung.

5. Arbeit 5.0

Für viele Mitar­beiter als auch Vorge­setzte ist die Arbeit im Home­of­fice inzwi­schen Routine. Dies stellte bereits viele Unter­nehmen vor die Aufgabe, ihre Arbeits­weisen und insbe­son­dere Nutzungs­be­darfe neu zu überdenken.

Die bis dato erlangten Erfah­rungen haben auch nach der aktu­ellen Krise nach­hal­tigen Einfluss auf die Gestal­tung unserer Arbeits­welt. Sie bilden für Unter­nehmen die Grund­lage zur Entwick­lung neuer Flächen-, Büro-, Gebäude- und Organisationskonzepte.

Vieles deutet darauf hin, dass Unter­nehmen auch in Zukunft auf eine divers aufge­stellte Arbeits­welt setzen, die die Vorteile verschie­dener Arten von Immo­bi­lien und mobilem Arbeiten vereint. Dabei gilt es gerade jetzt zu prüfen, wie die Weichen für Arbeit 4.0 neu gestellt werden können oder gar die Grund­lage für Arbeit 5.0 geschaffen werden kann. Eine Aufgabe, welche sich unter­neh­me­ri­sches Handeln gerade jetzt zu eigen machen sollte.

Fazit

Mehr denn je ist nunmehr unter­neh­me­ri­sches Handeln gefragt ! Gerade jetzt gilt es aus der Defen­sive zu kommen und Mut an den Tag zu legen. Dafür gibt es bereits erfolgs­ver­spre­chende Beispiele aus vielen Bran­chen und nicht nur jener Weg, auf welchen der Mittel­ständler BioN­Tech aus Mainz Revo­lu­tio­näres in der Medizin geleistet hat - von der Krebs­for­schung hin zur Entwick­lung eines Corona-Impfstoffs.

Gerade heute, mitten in der Corona-Zeit, ist neuer Unter­neh­mer­geist gefragt, um Erfin­der­geist, Inge­nieur­wissen und Unter­neh­mermut zu verbinden.

Reflek­tieren Sie die adres­sierten Impulse vor dem Hinter­grund Ihrer Unter­neh­mens­stra­tegie und bewerten Sie dabei, ob und wie Sie für die aktu­ellen Heraus­for­de­rungen gewappnet sind. Und wenn Ihr Resultat unzu­rei­chend ausfällt, dann sollten wir alsbald darüber ins Gespräch kommen.

Ihr Team von savas + simon